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Die App soll leben – Papierspeiseplan adé

Die App soll leben – Papierspeiseplan adé

Papierspeiseplan adé: Gäste von ISS können sich seit 2016 mit der App „ISS frisch“ über den aktuellen Speiseplan informieren. Doch das ist noch lange nicht alles, wie wir im Gespräch mit Michael Koopmann erfahren haben. 

Bekomme ich im Betriebsrestaurant momentan einen Sitzplatz, oder sollte ich lieber später zum Mittagessen gehen? Mitarbeiter von Unternehmen, die die Dienste der ISS Facility Services Holding bzw. deren Verpflegung in Anspruch nehmen, können mit einem Blick aufs Handy entscheiden. Möglich macht das die App ISS frisch. Seit Mitte 2016 verfügt das Serviceunternehmen über die Lösung. Derzeit wird sie an 21 von 58 produzierenden Standorten genutzt, an 16 ist der Rollout in Vorbereitung. Geplant ist, dass bis Ende dieses Jahres alle produzierenden Betriebe von ISS Facility mit der App ausgestattet sind. Neue Standorte sollen künftig von vornherein grundsätzlich über diese Lösung verfügen. 

Mittels der App können sich Gäste u. a. über den Speiseplan, die Nährwerte der Gerichte und die enthaltenen Allergene informieren. An manchen Standorten ist neben dem Mittagsangebot auch das Angebot der Salatbar, Snack- und Zwischenverpflegung oder Frühstück einsehbar. Die App zeigt täglich an, was Gästen dort Unterschiedliches geboten wird. Nach dem Essen haben sie die Möglichkeit, dieses zu bewerten. „Vor allem die Auslastungsanzeige wird sehr gerne wahrgenommen. Wer hat denn schon Lust, sich lange anzustellen und Angst zu haben, keinen Sitzplatz zu bekommen“, erklärt Michael Koopmann, Operational Application Manager bei ISS Facility. Diese Funktion ist möglich, weil die App in ein hoch integriertes System verschiedener Anwendungen mit dem Namen Caterix eingebunden ist. So gibt es eine Schnittstelle zum Warenwirtschaftssystem von Kost und die Auslastungsanzeige wird durch die Verknüpfung mit dem Kassensystem möglich. Die App ISS frisch kann stetig weiterentwickelt werden. Das Framework hierzu liefert Kamasys. Da das Unternehmen viele verschiedene Kunden mit unterschiedlichen Anforderungen mit einer solchen Lösung ausstattet, existiert ein Pool an Neuentwicklungen, aus dem ISS Facility wählen kann. Mit relativ kleinem Aufwand kann so eine neue Funktion übernommen werden. Michael Koopmann ist vor allem überzeugt von den geringen Entwicklungszeiträumen. Wir haben ihn gefragt, welche Vorteile sich durch die App ergeben. 

 Herr Koopmann, was war Ihnen besonders wichtig bei der Entscheidung für eine App?

Maßgebend war, dass das System ständig weiterentwickelt werden kann und sich neue Features einbinden lassen. Die App soll leben. Für uns war es darüber hinaus ganz entscheidend, dass wir ein Gesamtpaket erhalten. Grundlegend war, dass die App mit unserer Warenwirtschaft verbunden werden kann. Auch die Digital Signage-Lösung ist damit eingebunden. So haben wir ein abgeschlossenes System.
Der Küchenleiter macht, wie bisher auch, die Speisenplanung im Warenwirtschaftssystem. Wenn er diese beendet hat, dann schickt er sie mit einem Knopfdruck an die App, wo sie direkt erscheint. Es muss nichts mehr manuell nachgearbeitet werden. Unser Ziel mit der App war nicht nur, dem Kunden eine tolle Lösung zu bieten, sondern auch mit einem einzigen System zu arbeiten, was die Arbeit des Küchenleiters vereinfacht.

Haben Sie die Küchen auch in die Entwicklung der App einbezogen? 

Dadurch, dass das System offen ist, neue Anwendungen zu integrieren, können wir stetig nachbessern. Außerdem muss die App auch gelebt werden. Wir sind zu dem Zweck auch mit den Küchenleitern im Kontakt. Die Herausforderung war von Anfang an, eine Lösung zu entwickeln, die den Anforderungen jedes unserer Kunden entspricht. Ein Mitarbeiter eines IT-Unternehmens ist EDV-affiner als einer, der in einem Kraftwerk arbeitet. Wir müssen aber alle zufriedenstellen. Dabei helfen uns die Küchenleiter, weil sie direkt vor Ort sind. Wir haben bereits das Feedback erhalten, dass durch die App die Arbeit erleichtert wird. Denn gedruckte Papierspeisepläne gehören an vielen Standorten der Vergangenheit an. Außerdem können Aktionen dort viel besser beworben werden. Per Push-Nachricht lassen sich die Gäste z. B. über die Grillwoche im 

Können Gäste über die App Einfluss auf die Speisepläne nehmen?

Ja, das ist über das Feedback möglich. Dieses erreicht direkt den Küchenleiter. Es ist am besten, wenn der Gast Kritik ausübt, auf die der Küchenleiter direkt reagieren und den Menüplan anpassen kann. Die Gäste haben auch schon im Vorhinein die Möglichkeit, mitzuvoten, welches Gericht oder welche Aktion es geben soll.

Wo viele Informationen bereitgestellt werden, können auch schnell Fehler passieren. Wie leicht können diese ausgebügelt werden? 

Seitdem wir mit der App arbeiten, kommt es vor, dass wir – auch von Gästen – z. B. auf Rechtschreibfehler oder eine fehlerhafte Rezeptur aufmerksam gemacht werden. Das lässt sich sehr schnell beheben. Der Küchenleiter nimmt die Änderungen im Warenwirtschaftssystem Kost vor und der Fehler ist zeitnah auf den Ausgabegeräten ausgebessert.

Sie waren von Anfang an bei der Entwicklung mit dabei. Was ist ihr Lieblings-Feature? 

Ich finde die Anzeige per Digital Signage, also die digitale Beschilderung, spannend. Der Bildschirm holt sich live die Daten und ermöglicht eine ansprechende und übersichtliche Allergendarstellung. Vorher gab es 27 Kürzel für Allergene und zwölf Inhaltsstoffe unter dem Speiseplan. Das konnte kein Mensch lesen, geschweige denn im Vorbeilaufen zum Betriebsrestaurant erkennen, welche Allergene nun enthalten sind. Außerdem ermöglicht Digital Signage eine Darstellung entsprechend der Corporate Identity. 

Ich finde zudem den Web-Speiseplan super. Dieser kommt sehr gut bei den Kunden an. 90 % der Funktionen, die in der App darstellbar sind, sind es auch dort. Wir stellen fest, dass immer öfter dieser Speiseplan im Netz geklickt wird. Das ist auch sinnvoll, da viele Mitarbeiter am PC sitzen und da lässt er sich schnell öffnen.

Sie haben die Weiterentwicklung der App angesprochen. Was ist als nächstes geplant? 

Demnächst soll das Zahlungssystem eingebunden werden. Der Gast soll direkt über die App seine ISS Catering Card aufwerten können, ohne dass er eine Karte am Aufwerter aufladen muss. Wir haben aber noch einige Ideen mehr in der Pipeline. Künftig sollen auch Vorbestellungen möglich sein und auch die Kaffeemaschinen sollen in das System integriert werden, in dem der Gast seine eigene Kaffeespezialität designen kann. 

Ganz herzlichen Dank für das Gespräch! 

Lesen Sie den ganzen Artikel als PDF: GVmanager Ausgabe 06/07 2018